Die urbane Kunstkammer

FAQ – Antworten auf häufig gestellte Fragen

Warum heisst das Projekt „urbane Kunstkammer“?

Der Begriff Kunst- und Wunderkammer wurde erstmals im späten 16. Jahrhundert von Samuel Quicceberg verwendet. Es handelte sich dabei um ein Archiv der wundersamen Dinge, das Künstlern und Kennern zur Erforschung der Welt und des Erlangen eines Beweises der „Existenz eines übergeordneten, alles einenden Prinzips“1 nutzten. Dazu wurden Objekte aus der Natur (naturalia) und Kunst (artificialia) mit dem Wunsch nach enzyklopädischer Vollständigkeit zusammengetragen, geordnet, kategorisiert und ausgestellt, um den Kosmos im Kleinen (universe en miniature) nachzubilden und begreifbar zu machen. Damit gelten diese Kunst- und Wunderkammern heute als Vorläufer der heutigen Museen.

Urban, also städtisch, nennen wir unsere Kunstkammer, weil wir uns in stadtnahen Räumen durch künstlerischen Austausch versuchen möchten und dabei Weltsichten verhandeln. Das heißt unsere Sammlung ist nicht von einer Person gemacht, sondern von sehr vielen, mit den unterschiedlichsten Erfahrungen, Fähigkeiten, kulturellen und künstlerischen Praktiken und Überzeugungen.

 

Worum geht es in der Ausstellung? Was ist das Thema?

Anders als in der Neuzeit, ist uns heute klar, dass das Universum zu vielfältig ist, um tatsächlich mit einer Sammlung eine Vollständigkeit erreichen zu können, also ein universe en miniature zu erschaffen. Jede beteiligte Person bringt eigenen Themen und Ansichten mit. In diesem Jahr werden in 11 Veranstaltungs- und Ausstellungsräumen im Gängeviertel künstlerische Beiträge zu sehen sein. Dazu gehören Objekte, Performances, Aufführungen, Workshops oder Diskussionen. Dabei behandeln wir gemeinsam die Themenkomplexe Mensch, Natur und Kultur im städtischen Raum, Endliche Identität // Das Außen und das Innen, sowie Mythen und Geschichten // Narrationen & Alltagskultur und die Geheimkammer.

 

Welche Kunst wird gezeigt?

Insgesamt nehmen 50 bildende Künstler und Künstlerinnen unterschiedlichster Disziplinen Bildhauer*innen, Photograph*innen, Maler*innen, Urban Artists, Sprayer*innen, Videokünstler*innen, sowie Performer*innen an dem Festival teil. Das Rahmenprogramm bestreiten Musiker und Djs vor allem aus dem elektronischen Bereich, sowie HipHop, Funk, Soul und Old Country, Folk.

 

Wie kann ich mitmachen?

Für alle Teilnehmer und Interessierte findet jeden Montag ab 19 Uhr die Küfa in der Gängeviertelküche statt. Gemeinsames Kochen schon ab 15 Uhr. Dort wird gemütlich beisammen gesessen, geschmaust, geschnackt, organisiert, offene Fragen geklärt, ausgehandelt, usw. Zudem könnt Ihr uns über verschiedene Medien und auf dieser Homepage unter Kontakt erreichen.

 

1: Patrick Mauriès: Das Kuriositätenkabinett“ DuMont Buchverlag. Köln. 2011. S. 43